„Die vergessene Ecke im Regal“
Eine Retrostory und Fotomontage auf dem Weg zum Song?
Diese Ecke im Regal in meinem Werkraum ist kein Durcheinander. Es ist ein Archiv der Erinnerungen, ein kleiner Zeitreisebereich den ich unbedingt fotografieren mußte. Daraus habe dann eine Fotomontage mit Grafiken und Einzelfotos mit Rubberzement geklebt und nachcoloriert.
Jedes der dort gelagerten Objekte hat seine eigene Geschichte – und zusammen erzählen sie die Geschichte einer ganzen Generation, die mit Magnetband, Batterien, analogen Klicks und echten Drehnöpfen und Schieberegler groß geworden ist.
Auf meinem Foto ganz oben linker Hand wacht mein Marshall‑Reise-Lautsprecher wie ein moderner Türsteher über die Bande von Oldtimern. Er ist der Jüngste hier, aber er spielt die Musik, die die Alten wieder lebendig machen könnte. Wenn seine warmen Gitarrenriffs den Raum füllen, wird der neben ihm stehende, moderne Blitzerwarner Needit DriveOne neidisch, dass er nicht mehr benutzt wird.
Mein bester Freund beim Autofahren ist jetzt hier abgestellt, weil sein Betrieb als Warner vor Radarfallen in Deutschland im Straßenverkehr – ebenso wie die Nutzung von Blitzer-Apps auf dem Smartphone – nach § 23 Abs. 1c der Straßenverkehrsordnung (StVO) während der Autofahrt verboten ist.Vor der roten Kiste mit alten Berichtsheften steht ein Nordmende MZ‑1100 – ein VHS‑C‑Motor-Adapter, der schon im Wohnzimmer benutzt wurde, um selbst gedrehte VHS-C-Videos auf einem Standard VHS-Recorder abzuspielen. Aber ich finde zur Zeit weder meine alte VHS-C-Video-Kamera, noch die alten Casetten mit den Videoaufnahmen,
Daneben ruht die Kodak Disc 4000, einer meiner Fotoapparate aus einer Zeit, in der man Fotos nicht direkt auf einem Funktelefon ansehen konnte, sondern entwickeln musste. Dabei wurde ein Kunststoff-Rad mit 15 Negative benutzt. Die Kamera trägt ihre Kratzer wie Orden. Jede Spur erzählt von einem Urlaub, einem Kindergeburtstag, einem Moment, der nie wiederkommt. Sie weiß, dass sie heute niemand mehr braucht – aber sie weiß auch, dass ich sie nicht vergesse.
Mein alter, fast vergessener Gyrotwister Powerball, eine Art Fliehkraft-Yo‑Yo liegt daneben, bunt wie ein Pausenhof der 90er. Er hat mehr Stürze erlebt als alle anderen zusammen, aber er rollt immer noch, wenn ich ihn bewegen würde.
Das abgebildete Funk-Telefon Siemens C35i, mein klassisches Mobiltelefon aus dem Jahr 2000 war einfach nicht mehr modern. Es kann kein LTE , kein 3G und kein 5G. Außerdem schalten die deutschen Mobilfunknetze 2G schrittweise ab, sodass das C35i bald keinen Empfang mehr haben wird. Daher ist es hier im Regal, im Endlager gut aufgehoben.
Ganz rechts habe ich ein klassisches, kompaktes Elektronenblitzlicht von 1978 abgelegt. Das Agfatronic 221 CB muẞte man haben. Das sogenannte Computerblitzgerät von Agfa mit der Leitzahl 22 bei 21 DIN verfügt über einen vertikal schwenkbaren Reflektor, um indirektes Blitzen beim Fotografien zu ermöglichen. Das Blitzlichtgerät wird über den Mittenkontakt des Blitzschuh's auf dem Photo-Apparat ausgelöst. Da heute keine Kamera mehr über einen solchen Blitzschuh verfügt, habe ich das Agfatronic-Blitzgerät hier abgelegt.
Und die BASF E240 VHS‑Kassette – sie ist wie ein stiller Zeuge. Vielleicht steckt darin ein aufgenommene 4-Stunden-Aufzeichnung der Weihnachtsfeier des SV80 Ramersbach oder die Hochzeit eines Cousins, den ich seit Jahrzehnte nicht gesehen habe.
Unten, im Schatten, steht der damals 1.200 DM teure Mitsubishi VHS-Videorekorder aus den 90er - der immer noch funktioniert.
Schwer, massiv, mit Tasten, die man wirklich drücken musste. Er war einmal der König des Samstagabend. Eine Zeitmaschine um Fernsehsendungen auch noch später anzusehen. Einfach den ShowView‑Codes eintippen, Aufnahme starten, hoffen, dass niemand die Kassette herauszieht. Heute ist er ein schlafender Riese, aber wenn man ihn einschaltet, leuchtet sein Display wie früher – als wäre die Zeit nie vergangen.
Man sagte damals zur Videokassetten-Sammlung mit den aufgenommenen Sendungen und Spielfilme noch „Videothek“ und nicht „Streaming“.
Davor liegt mein größtes Schweizer-Offiziers-Messer mit 33 Funktionen.
Das Sackmesser hat schon viel von der Welt gesehen: Wurst geschnitten, Bierflaschen und Weinflaschen geöffnet, Kartons geöffnet, Schrauben nachgezogen, Kabel befreit. Es ist das Werkzeug, das nie klagt und immer bereit war.
War - Weil es als Sackmesser zu schwer ist und mir die Hosentaschen kaputt machte und aus Sicherheitsgründen nicht mehr im Flugzeug an Bord mitfliegen durfte.
Ach ja! Der Knobelbecher. Hier stehst du rum. Dann komm mit zur Spielesammlung. Dich brauchen wir.
So zeigt diese Retrostory, das man nichts verkaufen oder wegwerfen soll. Nur so kann die Erinnerung weiter leben.
Zur Not kann man den Kram ja später noch verschenken.
Weitere Vorgehensweise:
Nach dem Leitfaden des wekapi-Projektes ist die Idee, das Bild (Grundlage für das CD-Cover" und die Geschichte fertig.
Es fehlt jetzt nur noch der Songtext und die passende Musik (Melodie, Styl, Instrumentenspuren/MIDI und der Gesang)
Fortsetzung folgt.......
8.Juli 2026
Wilfried W.Koch #wekapi

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